Ausnahmezustand an der Drei-Burgen-Schule: Realschulpräsentationsprüfungen mit Mensch, Pferd, Hund und Köpfchen

Den ersten Teil ihrer Prüfungen absolvierten die Realschülerinnen und – schüler der Felsberger Drei-Burgen-Schule kürzlich. Sie präsentierten in einem zehnminütigen Vortrag ein selbst gewähltes Thema und stellten sich anschließend den Fragen der Prüfungskommission.

Das wirkt auf den ersten Blick nicht sehr spektakulär, doch es steckt wesentlich mehr hinter diesen Prüfungen, als man vermutet:  In wochenlanger Vorbereitung suchten die Schülerinnen und Schüler der beiden Prüfungsklassen M10a und M10b nach „ihren“ Themen,  recherchierten eigenständig, sichteten Informationen,  werteten sie aus und gliederten sie. Dann mussten sie Möglichkeiten erproben, das Erarbeitete anschaulich zu präsentieren. Keine leichte Aufgabe also, die die Schülerinnen und Schüler zu bewältigen hatten, aber eine lösbare!  Sie wurden dabei von ihren Prüferinnen und Prüfern beraten, so dass auch Schaffenskrisen schnell überwunden werden konnten. Mit viel Leidenschaft und Einfallsreichtum  tüftelten die Jugendlichen nach dem Unterricht und an Wochenenden, um der Prüfungskommission schließlich selbstbewusst und kompetent mit ihrer Präsentation entgegentreten zu können. Dies zeigten auch die Resultate:  Fast zwei Drittel der angetretenen Schülerinnen und Schüler wurden mit einer Eins oder Zwei belohnt. 

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Victoria Wagner (Präsentationsthema: HipHop).

Das Festlegen der Schwerpunkte für die Prüfungen erinnerte an das Auswählen der passenden Einstellung beim Fotografieren: Einige Schülerinnen und Schüler richteten ihren Blick in die Ferne oder auf große Zusammenhänge. Sie bearbeiteten Themen wie „Straßenhunde in Ungarn“, „Küstenschutz auf Sylt“, „die Geschichte von Malala Yousafzai“ oder  „das Konsumverhalten in unserer Gesellschaft“.   Andere Prüflinge „zoomten ran“ und entschieden sich für Nahaufnahmen: Wer sich mit heimischen Heilkräutern, Fehlbildungen beim Kaninchengebiss, Metallarbeit am Modell und den chemischen Prozessen bei der Entstehung von Radioaktivität beschäftigt, richtet den Fokus auf Details und muss exakt arbeiten, um zu guten Ergebnissen zu kommen.  Dies gelang den Schülerinnen und Schülern sehr überzeugend: Praktische Vorführungen  wurden ergänzt durch anschauliche PC- und Plakat-Präsentationen und  auch im  sportlichen Bereich demonstrierten  die DBS-Schülerinnen und Schüler fantasievoll, kenntnisreich und engagiert, was „ihr“ Thema ausmacht.

Gefragt waren  in diesem Jahr vor allen Dingen  die Fächer Biologie und Chemie sowie Gesellschaftslehre, Sport, Religion, Ethik und Physik; künstlerisch-musische Themen waren hingegen kaum vertreten. Dies kann aber im nächsten Jahr wieder ganz anders sein.

 In wenigen Wochen setzen die Schülerinnen und Schüler der Drei-Burgen-Schule ihre Prüfung fort. Dann stehen die schriftlichen Prüfungen an und sie müssen in Mathe, Englisch und Deutsch zeigen, was sie gelernt haben. Dem können  sie zuversichtlich entgegen sehen, denn sie haben erfahren, dass man auch schwierige und unbekannte Situationen mit guter Vorbereitung und Selbstvertrauen erfolgreich meistern kann. 

 Die Basis für diese positiven Prüfungserfahrungen wird an der Drei-Burgen-Schule bereits ab der 5. Klasse im SOL-Unterricht gelegt. SOL steht für „selbst organisiertes Lernen“. In diesem Fach lernen die Schülerinnen und Schüler unter anderem,  eigenständig Themen zu bearbeiten und auf vielfältige Weise zu präsentieren. Anfangs werden sie noch stark unterstützt durch ihre Lehrer, später arbeiten sie zunehmend selbständiger. Bei den Abschlussprüfungen können sie dann noch einmal zeigen, was sie gelernt haben. - Das taten die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr dann auch.

Metallmodell

Jonas Wagener (Präsentationsthema: Metallarbeit am Beispiel eines Modells) aus der M10b.

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Nils Zander (Präsentationsthema: Der Beruf des Notfallsanitäters).

Sandra Bürger