Eine Rezension der Klasse G7a zum Roman „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke

Der Roman „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke spielt im geheimnisvollen spätherbstlichen Venedig. Die Hauptfiguren sind sechs Waisenkinder, die sich als Bande zusammengeschlossen haben und in einem verlassenen Kino leben, das sie das Sternenversteck nennen. Im Zentrum des Geschehens steht das Brüderpaar Prosper und Bo, die nach dem Tod ihrer Mutter nach Venedig fliehen, da sie fürchten, durch ihre Tante und ihren Onkel getrennt zu werden, denn diese wollen nur den jüngeren Bo bei sich aufnehmen. In Venedig angekommen finden sie schnell Anschluss an eine vierköpfige Kinderbande, die von ihrem Anführer, dem Herrn der Diebe, durch Diebstahl und Hehlerei mit dem Nötigsten versorgt wird. Währenddessen arbeiten die Tante und der Onkel des Brüderpaares mit einem Detektiv zusammen, um die Kinder zu finden. Scipio, „der Herr der Diebe“, bekommt derweil von einem geheimnisvollen Conte einen Auftrag, der alles verändern wird…

Das Buch „Herr der Diebe“ hat uns wirklich gut gefallen. Als Leser konnte man sich ein gutes Bild von Venedig und seinen Sehenswürdigkeiten machen, da die Autorin detailierte Informationen über die Stadt gibt und diese gekonnt mit der Romanhandlung verknüpft. Der Roman bietet neben  seiner modernen und gut verständlichen Wortwahl viele fantasiereiche Stellen, verliert dabei jedoch nie den Realitätsanspruch, sodass wir großen Lesespaß hatten. Die Figuren waren von Anfang an sympathisch und realistisch dargestellt. Über weite Strecken glänzten die vielseitigen Charaktere, vor allen Scipio, der Herr der Diebe. Die beiden Handlungsstränge waren sehr spannend, sodass der Roman gerade im Hauptteil seine Stärken ausspielte. Nicht so gut gefielen uns der schleppende und etwas unübersichtliche Einstieg und das abrupte Ende, das, wie die weitere Figurenentwicklung, einige Fragen offen lässt.

Insgesamt ist Cornelia Funkes Roman auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert. Gerade abenteuerlustige Jugendliche und Erwachsene werden sich an diesem Buch erfreuen. Selbst die „Seltenleser“ unserer Klasse haben das Buch bis zum Schluss gern gelesen, sodass wir eine Empfehlung als Schullektüre für Jungen wie Mädchen der Klassen 5-7 aussprechen können.